Innere und äußere Kälte

Richard Linklater schickt in seinem Film „Where’d You Go, Bernadette“ Cate Blanchett in die Arktis.

Von Kevin Scheerschmidt

Von Kevin Scheerschmidt

Von Kevin Scheerschmidt

Kevin Scheerschmidt

Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft B.A. (2013-2018) in Frankfurt am Main und seit 2018 Theater-, Film- und Fernsehkritik in München. Berufung: Film! Motto: Filme müssen wenn möglich auf der großen Leinwand konsumiert werden. Egal ob kleinster Independent oder größter Blockbuster, jeder Film hat das Potential großartig sein zu können. Jeder Film verdient eine Chance.

Die introvertierte Bernadette Fox (Cate Blanchetts) war einst eine junge aufstrebende Architektin. Durch ein einschneidendes Erlebnis ist sie über die Jahre in eine Schaffens- und Sinnkrise gerutscht. Die Folge: Schlafstörung, Kaufwahn übers Internet, Schikanieren der nervigen Nachbarn. Sie kapselt sich von ihrer Umwelt ab, verhält sich zutiefst herablassend. Nur zu ihrer Tochter verliert sie den guten Draht nicht.

Als ihr alles zu viel wird, bricht sie aus, flieht in Richtung Arktis. Ehemann und Tochter reisen ihr hinterher.

Richard Linklaters Film erinnert mit dem Ausbrechen einer Person aus dem Alltag und der Flucht in ein kaltes Gebiet stark an den charmanten „The Secret Life of Walter Mitty“ (2013). Allerdings misslingt Linklater die Gratwanderung zwischen Drama und Komödie. Die Aneinanderreihung von Zufällen funktioniert nicht als charmantes Mittel, sondern wirkt unrealistisch aufgrund der gewollten Dramatik. An anderen Stellen driftet Linklater sogar in den Kitsch ab.

Der Film wirkt zu konstruiert, zu undramatisch und zu unlustig. Cate Blanchetts wunderbar desinteressierte Darstellung der Bernadette ist da nur Schadensbegrenzung.

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