Die Widerspenstigen

Frauen im Filmgeschäft: Delphine Seyrig und Carole Carole Roussopoulos fragten schon 1976 nach ihrer Rolle und Bedeutung. „Delphine et Carole, insoumuses“ ist eine Hommage an zwei Feministinnen des französischen Films im Berlinale Forum.

Von David Pablo Bücheler

Von David Pablo Bücheler

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David Pablo Bücheler

Ob das wirklich alles so stimmt? Dass die junge Schweizer Feministin Carole Roussopoulos 1969 nach Jean-Luc Godard die zweite erhältliche Videokamera auf dem französischen Markt gekauft und daraufhin die lesbische Frauen-Videogruppe Video Out gegründet hat? Es hört sich auf jeden Fall nach einer guten Anekdote an, die Roussopoulos kettenrauchend im Interview erzählt. Callisto Mc Nultys Dokumentarfilm „Delphine et Carole, insoumuses“ steckt voll von solchen unglaublichen Anekdoten über Delphine Seyrig und Carole Roussopoulos.  „Les Insoumuses“ haben sie sich genannt, also die „widerspentigen Musen“. Zwei bewunderte Frauen des französischen Films der 1960er- und 1970er-Jahre. Seyrig, als Schauspielerin in Filmen  von Jaques Demy, François Truffaut oder Joseph Losey. Carole Roussopoulos als avantgardistische Dokumentarfilmerin. Zwei Frauen, die sich andererseits aber auch nicht davor scheuten, den Männern im Filmgeschäft auf die Krawatten zu treten, auch wenn das, wie der Film zeigt, alles andere als hilfreich für die eigenen Karrieren war. Aus Archivmaterial und Interviewsequenzen collagiert, zeigt der Film ein spannendes Kapitel der Geschichte des französischen Feminismus und skizziert die Anfänge einer politischen Praxis, die alle Mittel der Kunst beherrschte: „Les Insoumuses“ waren künstlerisch, sie waren laut, sie waren elegant und provokant. Es ist Zeit, uns an Delphine und Carole zu erinnern.

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