Berlinale-Kurzkritik: „Toppen av ingenting“

Berlinale 2018, Filme im Wettbewerb: „Toppen av ingenting“ von Axel Petersén und Måns Månsson. Eine Kurzkritik

Von Tatjana Michel

Von Tatjana Michel

Tatjana Michel

Tatjana Michel studierte Psychologie in Salzburg, Hong Kong und München und legte während dieser Zeit ihren Schwerpunkt vor allem auf das wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben. Danach wandte sie sich der Kulturkritik zu. Besonders die Bereiche Film und Tanz bespricht sie seitdem in Online-, Print-, Radio- und Videoformaten. Darüber hinaus arbeitet sie bei der Süddeutschen Zeitung.

„Toppen av ingenting“ von den schwedischen Regisseuren Axel Petersén und Måns Månsson ist vor allem ein Film über die Hässlichkeit. Hässlich ist das heruntergekommene Hochhaus in der Innenstadt von Stockholm, dass Nojet (Léonore Ekstrand) nach dem Tod ihres Vaters erbt. Und hässlich sind all die Orte, an denen sie sich aufhält. Hässlich findet Nojet das Land, in das sie zurückkehren muss, obwohl sie lieber in ihrer Wahlheimat Spanien wäre. Hässlich ist das Leben, das viele der illegalen Bewohner führen, die in ihrem Mietshaus wohnen. Hässlich gehen die Menschen in diesem Film miteinander um. Allen voran Nojets Halbbruder und dessen Sohn mit ihr. Aber auch Nojet selbst kennt wenige Skrupel, wenn es darum geht, das zu bekommen, was sie will. Da wird dann auch mal zur halbautomatischen Waffe oder zum Feuer gegriffen, um dem Ziel, das Mietshaus verkaufen zu können, näher zu kommen. Man braucht nicht erst den skurrilen Anwalt und Musikproduzenten Lex (Christer Levin), der eine bizarre Spendengala für Obdachlose organisiert, um zu begreifen, dass auch die Gesellschaft, die solche Zustände und Menschen hervorbringt, eine hässliche ist. Trotz der geballten Hässlichkeit ist „Toppen av ingenting“ zwar ein bitterböser und zynischer, aber keinesfalls ein hässlicher Film.

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